Advertorial im GLANZ Magazin: Frisierkunstgeschichte von Studio Freese

Vom Barbier zum Stylisten

Torsten Freese, Friseurmeister und -künstler aus Coburg, über die sich wandelnden Herausforderungen seiner Zunft – damals und heute.

Es ist 1903, die Zeit kurz nach der Industrialisierung in Deutschland, als der gelernte Masseur Peter Eichmüller in Coburg sein Friseur- und Parfümeriegeschäft in seiner dafür erbauten Jugendstil- Villa in der Judengasse bezieht. Damals ein hoch moderner Salon, in dem sich die feine Gesellschaft im einstigen Herzogtum frisieren ließ. Seit 1889 ist Eichmüller selbständig in der Branche. Die Frisierkunst der Bader und Barbiere hat er als aufwendige Stuckarbeit in der – heute noch vorhandenen – wunderschönen Decke beschreiben lassen. Ein Zeichen für den Wandel? Der technische Fortschritt veränderte die Dienstleistungen im rasanten Tempo. Die Mode wird praktischer. Frauen trennen sich von ihren Zöpfen und Flechtfrisuren und tragen ihr Haar kurz als Bob. Das aufwendige »Hochfrisieren« wurde von den Erfindungen wie der Dauerwelle oder einem neuen Gerät namens Fön abgelöst. Wer nicht mit der Zeit ging, hatte weniger Chancen. Doch Peter Eichmüllers Geschäft florierte. Sein Mut wurde belohnt.

Seit etwa 17 Jahren bin ich nun Friseur. Vor mehr als elf Jahren betrat ich zum ersten Mal als junger Friseurmeister meinen zukünftigen Salon in eben dieser geschichtsträchtigen Jugendstil-Villa von Peter Eichmüller in der Judengasse. An den allgemeinen Dienstleistungen hat sich in dieser Zeit – zugegebener Maßen – nur wenig verändert. Doch Parallelen zur Industrialisierung nehme ich durchaus wahr: Das rasante Tempo des digitalen Fortschritts, die ständig geforderte Flexibilität sich auf einen stark veränderten Markt und neue Kundengewohnheiten einzustellen. Während vor einigen Jahren unsere Gäste noch das Telefon benutzten oder persönlich bei uns Termine ausmachten, so buchen heute rund 40 Prozent ihren Termin online vom Sofa aus. Das ist für uns schon selbstverständlich geworden. Neukunden finden durch die Webseite und SEO Optimierung schneller zu uns. Während man Anfang des 20. Jahrhunderts eine Anzeige in der Zeitung schaltete, so sind wir Friseure heute stark an die neuen Medien und einen 24/7 Lifestyle gebunden. Fast täglich machen wir Videos für eine neue Story in Instagram und optimieren mit professionellen Fotografenfotos unseren Facebook-Account. Das ist heute unser Schaufenster. Hier können wir visuell darstellen, was sonst keine Worte braucht: Frisierkunst.

Der Wandel und die Digitalisierung bedeuten für mich persönlich eine große Chance. Ich bewerbe meine Zielgruppen genauer und präsentiere meine Dienstleistungen breiter. Ohne diese Möglichkeiten wäre es schwieriger gewesen, meine eigene Naturkosmetikmarke zu begründen und zu vertreiben. So konnte ein Traum, der mir schon seit Jahren im Kopf herumgeschwirrt ist, Wirklichkeit werden. Was Peter Eichmüller dazu gesagt hätte? Wahrscheinlich wäre er begeistert gewesen.

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